Grundsätzlich erfolgt die Untertitelung bei Videomaterial als Untertitelung eines MAZ-Bandes,
dessen Timecode-Information zur Steuerung des Untertitel-Rechners, in dem die
Untertitel-Daten als Datenfile gespeichert vorliegen, benutzt wird.
Hierbei werden die Untertitel synchron mit dem Timecode des Sendebandes erzeugt und
entweder "einstreifig", d.h. als Videotext in die Austastlücke des aufgezeichneten
Videosignals eingesetzt, oder als ins Videobild eingemischte Schrift aufgezeichnet.
Dieses Verfahren kann bei allen broadcastüblichen Videoformaten (D1, Digital Betacam,
Betacam SP, DVC PRO, HDV, IMX etc.) angewendet werden. Dies bringt eine hohe Sicherheit
im Sendebetrieb mit sich. Technische Störungen, wie z.B. differierende Timecodes und
Schaltungsfehler, können nicht so leicht Einfluss auf die Ausgabe der Untertitel
gewinnen und letzte redaktionelle Arbeiten an dem Film, die zu einem Neuschnitt in
letzter Sekunde führen könnten, machen eine Überarbeitung des Untertitelfiles unnötig,
dessen Informationen beim MAZ-Schnitt im selben Arbeitsgang mitgeschnitten werden.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass nicht zwei getrennte Medien (MAZ und Datendiskette)
archiviert und verwaltet werden müssen.
Als Ausgangsmaterial für die Untertitelung benötigt die Untertitel-Werkstatt Münster GmbH & Co. KG
eine Kopie des Sendebandes des zu untertitelnden Filmes. Für die Roh-Untertitelung und das
erste Spotting der Titel wird von diesem Band wiederum eine digitale Kopie erstellt, um das
Ausgangsband nicht unnötig durch Standbild- und Suchlaufbetrieb zu schädigen, oder gar zu
zerstören. Mit dieser Datei erfolgt die eigentliche Untertitelungsarbeit.
Für jeden Film wird ein Datensatz in einem eigenen, auf die Rechenanlage der Untertitel-Werkstatt
Münster GmbH & Co. KG zugeschnittenen Datenformat erzeugt, der für spätere Änderungen und Nachbearbeitungen
zusammen mit den Materialien des Filmes archiviert wird und jederzeit schnell zugänglich bleibt.
Zu dem Software-Paket gehört neben dem Untertitel-Datenfile ein spezialisiertes, selbst entwickeltes
und optimiertes Textverarbeitungsprogramm, das ausschließlich für die Untertitelung von Filmen
konzipiert wurde. Dies bedeutet, dass die Arbeitsgänge des Prespottings und der Texterfassung der
Untertitel integriert durchgeführt werden, wodurch eine größtmögliche Korrelation zwischen Untertitellänge,
Position der Untertitel im Bild und Standzeit erreicht werden kann.
Kontrollfunktionen, die Plausibilitätskontrollen in Bezug auf die eingegebenen Zeitwerte automatisch
durchführen, sowie Funktionstasten, durch die Plazierungsroutinen, Speicher-, Tausch- und Bearbeitungs-
funktionen aufgerufen werden können, entlasten den/die Untertitelredakteur/in von Routinetätigkeiten und
minimieren die Fehlerrate.
Die eigenständige Software beinhaltet neben den für den Untertitelungs-Vorgang sinnvollen Prozeduren auch
ein Bündel von Anpassungs- und Übersetzungsroutinen, mit deren Hilfe das hausinterne Datenformat zu allen
gängigen Videotext-Rechenanlagen, vor allen Dingen zum Datenaustausch mit dem deutschsprachigen Ausland,
kompatibel gehalten wird.